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Auf der Suche nach Wildnis – Praktikum in der Wildnisschule – Teil 4

Wolfsspuren!
Neulich kamen zwei naturverliebte Holländer bei uns vorbei, Echbert und Heili, die zwei wollten unbedingt dem Wolf so nahe kommen wie möglich.
Wir fahren also direkt mit ihnen ins Wolfsgebiet, nicht dorthin, wo das Rudel seine Welpen gerade groß zieht, aber dort, wo sie sich sonst auch gerne aufhalten. Wir finden: Fuchsspuren, Schwarzspechtlosung, Schwarzwildspuren, Eichhörnchenspuren, Fegeplätze von Rehwild, Spuren von einem Dachs, Damwildspuren, Haar vom Schwarzwild und Spuren von Vögeln. Als absolutes Highlight sehen wir zwei Ziegenmelker! Wahrscheinlich ein Paar, erst fliegt das Männchen auf. Ich sehe den Vogel zuerst und mir fällt der Name nicht ein: „Guckt mal, das ist doch… ist doch… dieser Vogel da!“ Dann folgt tatsächlich noch das Weibchen!
Ganz schön viel gesehen und gelernt! Aber vom Wolf? Nichts! Nur die Überbleibsel einer sehr alten Losung: Knochenreste und eine ganze kleine Schale lagen recht lose am Boden zerstreut. Aber kurz bevor wir zurückfahren wird Paul dann tatsächlich fündig: Auf einer Rückegasse, in deren Fahrspuren noch Wasser stand sind deutlich die Abdrücke von großen, hundeartigen Tieren zu sehen. Auch in dem weichen Boden des naheliegenden Waldweges haben sich die Pfoten deutlich abgedrückt. Wir sind begeistert: Tatsächlich Wolf! Nunja, natürlich müssen wir das auch wieder relativieren: Es könnten auch die Spuren einer Gruppe großer Hunde gewesen sein, so wie Deutsch-Drahthaar zum Beispiel. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Spuren von Wölfen handelt ist sehr groß. Ich bin selig! Am liebsten würde ich dort bleiben und mir alles ganz genau anschauen, doch die Zeit reicht nicht mehr.
Es ist so ein bisschen, als würde dieses „Phantom Wolf“, über das alle reden, dass man aber niemals sieht, ein wenig mehr an Realität gewinnen. Es wird plötzlich real, dass sie da waren. Genau hier! Ich drehe mich um und schaue durch den Kiefernforst, der sich um mich herum erstreckt. In dieser menschengemachten Landschaft: der Wolf.
Am Wochenende drauf ist Familien-Camp auf dem Platz. Es sind viele Kinder und viele Eltern und wir haben gemeinsam eine schöne Zeit, von denen mir wahrscheinlich vor allem die erfrischenden, lustigen Wasser-Schlachten und das gemeinsame Grillen von Würstchen, Gemüse und Stockbrot über dem Lagerfeuer in Erinnerung bleiben werden. Als ich am Samstagabend verabschieden muss, fällt mir der Abschied schwer- ich wäre gerne noch geblieben.

 

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