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Auf der Suche nach Wildnis – Praktikum in der Wildnisschule – Teil 8

Es ist ein seltsames Gefühl an den Füßen: eine glatte Oberfläche und dann ist da etwas zwischen den Zehen- mein Impuls ist es, dieses seltsame, ungewohnte Gefühl wieder loszuwerden, indem ich die Sandaletten wieder ausziehe, aber mein Kopf erinnert mich daran, dass das keine gute Idee ist: Ich bin nämlich auf dem Weg zum Bahnhof, nach Berlin und da ist Barfuß-laufen dann unter Umständen nicht mehr so angenehm: heißer Asphalt, Dreck und Scherben auf den Wegen.
Hinter mir liegt eine Woche, in der ich fast nur noch barfuß lief und die sich im Rückblick ewig anfühlt: Wir hatten das erste große Sommercamp auf dem Zinken. 35 Kinder und 10 Teamer waren hier und erlebten gemeinsam Abenteuer. Das erste große Abenteuer war wohl der von Montag bis Mittwoch andauernde, starke Regen, der in vielen Gegenden zu Überschwemmungen führte. Bei uns gab es ebenfalls Überschwemmungen, und zwar die der Zelte. Die wurden dann evakuiert und die Bewohner zogen in das Langhaus um. Das ist kein Haus, sondern ein eigentlich nur eine mit Plane überdachte Fläche, die aber genügend Schutz und Platz für Spiele und zum schlafen bietet. Wir verbrachten viel Zeit gemeinsam im Tipi und sangen, schnitzten, erzählten und lauschten Geschichten rund um das wohl gehütete Feuer. Vor allem sangen wir die Sonne herbei und am Mittwochnachmittag war dann tatsächlich der Großteil des Regens überstanden und wir konnten endlich raus, in den Wald und auf die Wiese rennen und spielen. Auch die vier Jungscouts zogen endlich los, um ihr geheimes Lager alleine im Wald aufzuschlagen und ihre Missionen durchzuführen. Auch unsere vier Altscouts, die Teil des Teams waren, schlugen ein neues Lager auf und versorgten von dort aus die Jungscouts mit Leckereien: selbst gesammelte Wildkräuter und Pfifferlinge machten mit dem Reis ein wunderbares Essen. Vor allem, weil nach stundenlangem Arbeiten mit dem Feuerbogen endlich das Feuer ohne Hilfe von Streichhölzern, Feuerzeug oder ähnlichen Hilfsmitteln brannte. Die Kids, die auf dem Zinken geblieben waren hatten nun die Aufgabe, die Altscouts zu beschleichen und ihnen an heimliche Ecken Kekse zu bringen… So war der Apfelberg voll von Kindern, die mit ihrer wichtigen Mission betraut sich im Anschleichen und Ganz-Schnell-Wegrennen übten. Am Freitag kehrten dann alle Scouts wieder auf den Zinken zurück und es war ein wunderschönes Wiedersehen, denn sie hatten uns auf dem Platz schon wirklich gefehlt. Am Samstag kamen dann die Eltern und es herrschte fast schon eine festliche Atmosphäre auf dem Platz. Ich merkte, wie ich gar nicht wollte, dass das Camp vorübergeht. Es war ein so schönes Miteinander, es war so schön, diese Kids zu sehen und Teil dieses freundlichen und herzlichen Teams zu sein, mit leckerem Essen versorgt zu werden und durch den Wald zu ziehen: spielend, scoutend oder auf der Suche nach Tierspuren. Es war eine zeitlose Woche, die sich in die eigenen Camp-Rhythmen entspannte und alle am Samstag in einer guten Stimmung nach Hause gehen ließ. Auch ich bin wieder in die Zivilisation zurück gekehrt und freue mich jetzt schon darauf, kommende Woche beim zweiten großen Sommercamp wieder dabei zu sein. Bis dahin haben sich meine Füße sicher schon wieder an Schuhe gewöhnt und dann wird es wieder etwas besonderes sein, barfuß durch Wald und Wiese zu laufen…

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