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Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Wildnisreisen, Schulprojekte, Vogelwanderungen, Regionale Wildnisgruppe

Philosophie

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 Schwerpunkte und Methoden der Wildnispädagogik 

 

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Was verstehen wir unter „Wildnispädagogik“?

Das Ziel der Wildnispädagogik ist eine tiefe Verbindung zur Natur, zu anderen Menschen und zu sich selbst herzustellen.

Dafür bringen wir die Erkenntnisse moderner, ganzheitlicher Human- und Lebenswissenschaften mit einem von indigenen Kulturen inspirierten Verständnis zusammen. Aus der Synergie entwickeln wir Fähigkeiten den gesellschaftlichen Wandel zu leben.

Als Jäger und Sammler lebte der Mensch im Laufe seines evolutionären Werdegangs in Verbundenheit mit der Natur. Er versorgte sich unmittelbar mit dem, was die Natur ihm bot und lebte in Gemeinschaften. Diese Lebensweise erforderte großes Wissen über die Natur, machte das Erlernen von Überlebenstechniken und handwerklichen Fertigkeiten nötig. Dazu zählten zum Beispiel die Kunst des Spurenlesens, die Kenntnis der Vogelsprache, das Wissen um essbare und heilende Pflanzen sowie das Wissen um ökologische Zusammenhänge. All das schuf einen direkten, sinnvollen Bezug zur Natur.

Die Wildnispädagogik verwendet Methoden des Lernens und Lehrens, die sich ebenfalls an den zyklischen Kreisläufen der Natur orientieren. Die Wildnispädagogen sehen sich dabei als lernbegleitende Mentoren, die mit Fragen und Geschichten ihre Teilnehmer unterstützen. Das Lernen findet vor allem durch eigene Erfahrung statt.  Neugier und Wissensdurst werden durch Geschichten, Rätsel oder inspirierende Fragen geschürt.

Wir Menschen sind Natur. Je mehr ich die Natur um mich herum fühle, verstehe und liebe, desto besser kann ich auch meine innere Natur begreifen.

Wildnispädagogik bedeutet, Abläufe und Strukturen nach natürlichen Mustern und Rhythmen zu gestalten.  Sie stehen im Einklang mit den unterschiedlichen Jahreszeiten, Tageszeiten, mit den Gegebenheiten vor Ort und der eigenen Dynamik des jeweiligen Projektes.

Hierfür nutzen wir vor allem das von Jon Young entwickelte Konzept der 8 Schilde. Es ist ein lebendiges und beständig wachsendes Modell des Lebens, dass sowohl die Orientierung als auch beweglichen und kreativen Umgang mit den einzelnen Bestandteilen ermöglicht.

 

 

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Schwerpunkte und Methodik

 

 

Die Kunst des Fragenstellens

Die Fähigkeit des Lehrenden inspirierende Fragen zu stellen, kann einen Lernprozess enorm unterstützen.

Im Unterschied zu frontaler Wissensvermittlung ermöglichen Fragen, dass der Lernende selber aktiv wird, forscht, experimentiert und versucht eigene Antworten zu finden. Es geht also nicht darum, als Pädagoge Antworten zu geben und Lösungen zu präsentieren. Anstelle eines Vortrages motivieren Fragen dazu, sich auf den Weg zu machen, um etwas herauszufinden. Dabei prägen sich die Sachverhalte und Erfahrungen fest ein.

Wenn die Beantwortung der Fragen möglichst viele Sinne beansprucht, verstärkt dies die emotionale Bindung zum jeweiligen natürlichen Phänomen. 

Methodik des Fragens

In unserer Arbeit unterscheiden wir zwischen drei verschiedenen Arten Fragen zu stellen. Klare Fragen, die relativ leicht zu beantworten sind, stärken das Selbstbewusstsein der Lernenden. Motivierende Fragen die dazu einladen, mit dem schon vorhandenen Wissen neue Zusammenhänge herzustellen. Hier geht es um das gemeinsame Erforschen und Vordringen in neue Wissensgebiete.


Inspirierende Fragen, die zeigen sollen, dass es noch viele Dinge herauszufinden gibt. Das ermutigt den Lernenden, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. 

Storytelling, die Kunst des Geschichtenerzählens

Eine lebendig erzählte Geschichte gewinnt die Aufmerksamkeit und Konzentration anderer Menschen leichter als eine logisch-sachliche Darlegung von Fakten. Deswegen wird Storytelling seit Jahrtausenden zur Weitergabe von komplexem Wissen in Kulturen angewandt. Die Story kann auf wahren Tatsachen beruhen, fiktiv sein oder beide Elemente kombinieren. Storytelling generiert Erinnerungund fördert Lernen. Ähnlich wie die Konstruktion von Gedächtnis im Gehirn funktioniert Storytelling mit Assoziationen. Über Dramaturgie und narrative Elemente wird das nachhaltige Erinnern über einen langen Zeitraum ermöglicht.

Geschichten erzählen erfüllt viele Aufgaben: Lebenserfahrung vermitteln, Wissen weitergeben, Sachinformationen vermitteln, Problemlösungen aufzeigen, Denkprozesse einleiten, Rollenerwartungen definieren, Verhaltensänderung anregen, Repertoire an Verhaltensweisen erweitern, Unterhaltung, Normen und Werte vermitteln, Anschauungsvermögen fördern, zum Handeln motivieren, Hoffnung stiften und Sinn geben.

Die eigene Begeisterung für das Geschichtenerzählen und die Fähigkeit, eine Geschichte strukturiert und mit Spannung zu erzählen, sind Grundlagen vom Storytelling.

Spurenlesen

Die Beschäftigung mit Tierspuren führt zu einem umfassenden Verständnis und einer tiefen Verbundenheit mit dem eigenen Lebensort und seinen Bewohnern. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, wie viele verschiedene Wildtiere tagtäglich in ihrem direkten Lebensumfeld unterwegs sind, einfach weil diese sich so selten sehen lassen. Spuren eröffnen uns hier die Tür zu einer Welt, die uns ansonsten verborgen bliebe.

Vogelsprache

Durch das Wiedererlernen der Sprache der Vögel beginnen wir unsere Umwelt mit völlig neuen Ohren zu sehen. Vögel begleiten uns überall: im Wald, in der Stadt, auf dem Feld und am Wasser. Sie können großartige Lehrer sein, um mehr über die versteckten Tiere in unserer nahen Umgebung zu lernen und zu erfahren.

Gemeinschaft

Wissen entsteht durch Tun. Die Methoden und Inhalte werden durch praktische Erfahrungen erlebbar. Der Austausch in der Gemeinschaft und das genaue Zuhören sind für das Erfassen der komplexen Zusammenhänge in der Natur Voraussetzung. Zeit allein in der Natur erlaubt ein genaues Hinschauen auf eigene innere Prozesse.

Es geht darum, zu erleben wie das Ergebnis des Gemeinsamen mehr sein kann als nur die Summe seiner Bestandteile. Die Synergie zwischen den ganz unterschiedlichen Gaben und Begabungen der einzelnen Menschen ermöglicht ein positives Gruppengefühl.

Ein wichtiger Aspekt davon ist es, gemeinsam etwas Gutes in der Welt zu schaffen, das dem persönlichen Wertesystem der einzelnen Gruppenmitgliedern entspricht und sinnhaft ist.

Jeder Teil der Gemeinschaft soll seine klar definierte Rolle finden, die einerseits Orientierung und Halt gibt und andererseits die Möglichkeit bietet, sich als essentiellen und notwendigen Teil des Gesamten zu empfinden. Auf diese Weise werden Konflikte von vornherein vermieden und es entsteht Raum für Kreativität und Innovation.

 „Wir müssen unsere Umwelt schützen“.
Darüber sind wir uns alle einig.

 

Unsere Kinder werden in Kindergärten und Schulen häufig mit ­Umweltschutz konfrontiert. Doch leider wissen die wenigsten ­Menschen, was sie schützen und erhalten sollen. 

Wer hat in unserer Gesellschaft noch wirklich eine tiefe und innige Beziehung zu den Tieren und Pflanzen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft? Wer kennt die Gewässer seiner näheren Umgebung, weiß wo die Tiere trinken und schlafen, wo welche Pflanzen wachsen und warum?

In unserer Wildnisschule geht es darum, diese Beziehung aufzubauen und zu stärken. Dies geht weit darüber hinaus, die Dinge beim Namen zu nennen.

Verbindung bedeutet zu wissen, wann und wo die Brennnessel wächst, wie ihre Wurzel aussieht, was sie über die Bodenqualität aussagt, wie sie im Winter aussieht, was man von ihr essen kann, wie ihre Blüten aussehen, wie man aus ihr Schnüre herstellt, welcher Schmetterling sie bevorzugt, welcher Vogel ihre Samen gerne pickt, wie sie riecht, wie sie klingt wenn ein leichter Wind durch sie hindurch weht, wie die Regentropfen an ihrer rauen Blattoberseite abperlen, was sie für eine Bedeutung für unsere Vorfahren hatte.

 

Verantwortungsbewusstsein entsteht, wenn wir unsere Mitwesen fühlen, wenn wir sie mit unserem ganzen Sein kennen und erkennen lernen. Aus dieser Beziehung erwachsen ganz selbstverständlich Respekt und Liebe für unsere Umwelt und das Wort Umweltschutz bekommt eine ganz andere ­Bedeutung.